Stellungnahme und Richtigstellung zum Artikel „Ehemaliger Jugendclub wird künftig als Vereinsraum genutzt“ im letzten Amtsblatt

Mit großem Befremden haben wir den Beitrag der Bürgermeisterin im vergangenen
Amtsblatt zur künftigen Nutzung des Raumes auf dem Gelände der Waldbühne zur
Kenntnis genommen. Uns schockiert dabei keineswegs nur der gedruckte Text, sondern
vor allem die Art und Weise des gesamten Vorgehens, die dahintersteht.
Zur Wahrheit gehört: Den im Artikel erwähnten „Jugendclub“ gibt es dort seit der Wende
nicht mehr. Der Spielmannszug nutzt diesen Raum seit 35 Jahren. Wir befanden uns
stets im guten Glauben, dass die über lange Zeit gewachsenen Nutzungsbedingungen
und Absprachen weiterhin Gültigkeit besitzen.

In dem Artikel wird nun behauptet, dass im gemeinsamen Austausch eine
„einvernehmliche Lösung“ gefunden worden sei. Diese Darstellung entspricht
schlichtweg nicht den Tatsachen. Um die Hirschfelder Bürgerinnen und Bürger sowie die
örtlichen Vereine korrekt zu informieren, stellen wir Folgendes klar:

  1. Der Spielmannszug hat der geänderten Nutzung und der damit verbundenen
    Abgabe des Raumes ausdrücklich nicht zugestimmt.
  2. Die Baumaßnahmen im Raum begannen bereits vor einigen Jahren – wenige
    Wochen vor dem Musikfest. Die Arbeiten hörten jedoch wieder schnell wieder
    auf. Da der Raum beim Musikfest als Lagerfläche dringend benötigt wird, haben
    Vereinsmitglieder den entstandenen Bauschutt und Dreck selbst entfernt.
  3. Obwohl wir vor wenigen Monaten im Gespräch mit der Bürgermeisterin unsere
    Ablehnung zur geplanten Nutzungsänderung nochmals deutlich gemacht haben,
    wurde in einem von ihr selbst angefertigten Protokoll wahrheitswidrig
    festgehalten, dass eine Einigung erzielt worden sei. Ein solches Vorgehen allein
    ist schon befremdlich.
  4. Die Behauptung im Amtsblatt, es liege ein einvernehmliches Ergebnis vor,
    übersteigt diese Art und Weise noch, indem sie die Realität öffentlich falsch
    darstellt und die tatsächlichen Gesprächsinhalte verdreht.
  5. Im Zuge der Sanierung wurde zudem ohne Not und sachliche Notwendigkeit der
    vorhandene, voll funktionsfähige Kachelofen im Wert von ca. 10.000 Euro
    abgerissen. Die Investitionssumme für den neuen Raum in gleicher Höhe ging
    somit auf der anderen Seite sprichwörtlich in Rauch auf.

Grundsätzlich zweifeln wir an, dass es einen solchen Raum für die Hirschfelder Vereine
überhaupt braucht. Bis auf die Blaskapelle, deren Räumlichkeit ebenfalls durch die
Gemeinde entzogen wurde, haben alle Vereine ihre Räumlichkeiten und Treffpunkte. Die
Gemeinde selbst verfügt in der alten Schule über mehrere Räume mit Toiletten. Letztere
müssen bei Gebrauch des neuen „Multifunktionsraums“ auf der Waldbühne aufgesucht
werden, wo jedoch im Winter das Wasser abgestellt ist. Es wird sich zeigen, wie dieses
neue „Angebot“ in der Realität genutzt wird…
Wir sind zutiefst enttäuscht über dieses eigenmächtige Vorgehen, den Umgang mit
Werten der Gemeinde und die öffentliche Falschdarstellung. Ehrenamtliches
Engagement und ein funktionierendes Vereinsleben bauen auf Vertrauen, Ehrlichkeit
und einer Kommunikation auf Augenhöhe auf – Werte, die durch diese Vorgehensweise
massiv beschädigt wurden.
Der Spielmannszug steht für ein funktionierendes Dorf- und Vereinsleben jederzeit zur
Verfügung. Wir erwarten gleichzeitig von der Bürgermeisterin einen ehrlichen Umgang
mit den Fakten, die Rückkehr zu einer transparenten Diskussionskultur und Respekt
gegenüber den gewachsenen Strukturen.

Günther Müller

14.9.2026